Mitgliederversammlung 2018

Am Samstag den 06.01.2018 fand um 14 Uhr die jährliche Mitgliderversammlung im Gemeindesaal Marzling statt.
Hier eine Zusammenfassung der Versammlung von Hans Miller.

Der Nationalpark 3 ist kein Fortschritt für die Fischerei
war das Resümee von Günter Wolter, dem Vorsitzenden des Kreisfischereivereins Freising e. V. in der Mitgliederversammlung des Vereins in der vollbesetzten Gemeindehalle in Marzling. Nach der Totenehrung hatte er eine ausführliche Stellungnahme vorgetragen, die Dipl. Biologe und Fischereiexperte für die Mittlere Isar, Werner Schmidt, im Auftrag des Anglervereins Moosburg und des Kreisfischereivereins Freising im Dezember 2017 erstellt hatte. Darin geht es  nicht nur um die Angelfischerei, sondern in einer umfassenden Sicht um die Bedürfnisse des hier "für einen Nationalpark viel zu ärmlichen" Auwaldes, der Auwaldbäche und Altwasser, die immer wieder überflutende Hochwasser für ihren Bestand brauchen, durch die aber die Anwohner bzw. ihre Häuser gefährdet werden.

Ein weiterer Schwerpunkt des Schreibens, das an Frau Ministerin Scharf, Herrn Dr. Söder und Herrn Landrat Hauner übersandt wurde, ist das Problem, dass der Bestand der ursprünglichen in der Isar  heimischen Fische auf natürlichem Weg nicht aufrechterhalten werden kann. Fischfressende Vögel, aber auch der Einfluss der nicht restlos geklärten Abwässer der Klärwerke München, Grüneck und Freising spielen wohl eine große Rolle dabei, dass im Sommer noch viele Jungfische beobachtet werden können, im darauffolgenden Jahr Fische aus dieser Generation kaum noch zu finden sind. Der Autor geht dann noch auf den Artenarmut bei Fauna und Flora des betreffenden Gebietes ein.

Günter Wolter: "Wir erwarten mit Spannung die Antworten." Er wies darauf hin, dass im übrigen der Freizeitdruck einer Metropolregion auf die im Isarbereich wenigen relativ naturnahen Flächen kaum im Sinne eines Nationalparkes zu kanalisieren sein werde.

Nach einigen kurzen Bemerkungen zu den in diesem Zusammenhang bereits erfolgten Sitzungen ging der Vorsitzende auf das Vereinsgeschehen des vergangenen Jahres ein, hob einzelne Veranstaltungen wie das Schafkopfrennen, die Arbeitsdienste, das Königsfischen, die Schulung zur Fischerprüfung und die Weihnachtsfeier hervor und bedankte sich bei den Helfern und Vorstandsmitgliedern für die gute Zusammenarbeit.

Eine besondere Freude war für ihn, dass er Karl Heinz Hies für seine langjährige Tätigkeit als zweiter Vorsitzender die silberne Ehrenmedaille des Bayerischen Landesfischereiverbandes überreichen durfte.

Anschließend überreichte Günter Wolter noch zehn Mitgliedern die goldene Ehrennadel für vierzigjährige Mitgliedschaft.

Der erste Kassier Peter Staudinger gab einen beruhigenden Bericht über die Finanzlage des Vereins mit seinen derzeit 816 Mitgliedern, davon 36 Jugendliche. Mit einem leichten Überschuss aus Einnahmen und Ausgaben, insbesondere für den Fischbesatz und die Gewässerpachten, können die Rücklagen für Projekte im Bereich der Gewässerpflege aufgestockt werden.

Von einem Kampf wie gegen Windmühlen war für Harald Berger, den ersten Gewässerwart, das Fischerjahr 2017. Eine "Zwischeneiszeit" hatte Weiher und Seen im Frühjahr mit einer schützenden Eisdecke überzogen. Die Kormorane, die sonst verstreut, sammelten sich an den Fließgewässern, besonders Isar, Isarkanal, Amper und Amperkanal und tauchten von den Uferbäumen aus besonders nach Forellen. Die Gänsesäger, vor vierzig Jahren in der Isar nahezu unbekannt, reduzieren, von der Wasseroberfläche aus tauchend, weiter den Fischbestand. Aus den geringen Rückfangquoten, dem nahezu totalen Verlust gewässertypischer und früher häufiger Fische, wie der Äsche und dem Hasel in Isar und Amper zog Harald Berger den Schluss, "mit unserem Fischbesatz von 80.000 Euro mit 20 Arten füttern wir mehr die Fischfresser, als dass wir die ökologische Vielfalt der Fische erhalten und den Wunsch der Angler nach einem selbst gefangenen Essen erfüllen können." Eine wirksame Vergrämung der Vögel, wie an anderen Gewässern wäre ein wirksamer Schutz der Lebewesen unter Wasser.

Er wies darauf hin, dass deshalb neben den Nasen jetzt auch auf die Äsche nicht mehr geangelt werden darf, um dem Restbestand die hypothetische Möglichkeit zu geben, sich zu vermehren. Am Schluss erzählte er noch von einigen größeren Hechten, Zandern, Wallern und Karpfen, wehrhaften Fischen, die Anglern an den Haken gingen.

Rainer Mühlbauer erzählte von der Arbeit mit den zur Zeit 20 Jungfischern übers Jahr 2017, die beim Fischen, aber auch vom Zusammenhalt der Gruppe her nicht immer von Erfolgt gekrönt war. So fielen einige Veranstaltungen mangels Teilnahme oder Wetterfestigkeit aus, der Höhepunkt war aber wieder das Fischen am Amperkanal um den Titel Fischerprinz bzw. Fischerprinzessin, den heuer wieder Jessica Mühlbauer mit einem großen Karpfen für sich gewinnen konnte. Mit diesem Fisch gewann sie auch den Wanderpokal für besondere Fänge.

Mit dem Hinweis auf die hervorragende Kassenführung und die insgesamt erfolgreiche Arbeit des Gesamtvorstandes entlasteten die 264 anwesenden Mitglieder (bei Enthaltung der Betroffenen) einstimmig den Gesamtvorstand.

Die eingereichten Anträge zur Satzungsänderung wurden bei vereinzelten Gegenstimmen abgelehnt.

Gegen 16 Uhr schloss Günter Wolter die Mitgliederversammlung mit dem Dank an die engagierten Mitglieder und die Gönner und Förderer des Vereins und seinen Wünschen für das Fischerjahr 2018.

MV18 Jubilare

Günter Wolter mit den "Goldenen" R. Brandstetter, D. Friedrich, W. Brumm, Th. Schneider, H. Iraschko, H. Hegele, K. Malik, M. Hofstetter, E. Gößwein, B. Neumeir


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